The CB50 Flattracker
aktualisiert 16.10.2010 | erstellt am 23.01.2010 | von Th. Beeskow (onlydax)Update / Aktualisiert 27.03.2010
Auf der Suche nach neuen Projekten bin ich auf ein Bike meiner Jugend gestoßen. Die CB50J, das mega-kastrierte Mokick der 70er und 80er Jahre. Auch mit viel Goodwill ein Beispiel ausgemachter Häßlichkeit des Designs dieser Zeit. Ob Orange oder Babyblau, der kantige Tank, das ganze Plastikzeug am Heck, die vielen Bügel, eine Doppelsitzbank in XXL und natürlich der abgeschnürrte Motor mit einer auf Spät verstellenden Zündung – alles zusammen läßt einen in Gedanken an die kleinste CB nur erschaudern. Und doch war sie ein Teil meiner Jugend und nicht nur bei mir ein Objekt der Begierde mit 15 oder 16 Jahren.
Am Anfang war der Rahmen.
Auf einem Teilemarkt in Oberhausen, Karl am Kanal, stand ich im Dezember jetzt einem einzelnden Rahmen gegenüber. Der Verkäufer hatte sogar die richtigen Papiere dabei und nach kurzer Diskussion und einem sizilianischem Angebot war ich Besitzer eines CB50J Fragmentes. Wie das auf so Märkten üblich ist, kam kurz darauf ein älterer Mann mir hinterher und sprach mich mit den Worten an: Hab’ ich auch noch, die CB50, kannste für 50 Euro – ich glaube, eigentlich wollte er Mark sagen – haben. Leider hatte ich nichts zum Schreiben dabei und gab ihm nur meine Nummer. Auf seinen Anruf warte ich bis heute.

Wenn der Rahmen das Skelett ist, dann hieß es jetzt, sich Gedanken um ein Herz zu machen. Nimm den CG125 Motor mit Stoßstangen, flüsterte der Eine. Da paßt der CB125 rein, ja sogar der Gedanke eines Twin wurde diskutiert – alles wunderschöne Motoren in alter Tradition. Kurze Zeit darauf erhielt ich den Anruf: Willst Du einen originalen CB50 Motor haben? Schnell wurden wir uns einig und im neuen Jahr holte ich bei Eis und Schnee den neuen Motor und ein paar weitere Teile, die ich dazu bekam, ab.
Der neue Motor ist auch in Wirklichkeit ein fast neuer Motor, komplett mit Ansaugstutzen und der so wichtigen Zündanlage inklusive dem originalen Polrad. In Gedanken entstand immer weiter das neue Bike. Natürlich war ich beeindruckt von den Umbauten, die ich aus Japan gesehen hatte. Da wurden CB50 in Form einer SR400 umgebaut oder zu einer Honda Dream umgemodellt. Auch die Cafe-Racer Optik sprach mich sehr an und so baute ich in Gedanken weiter an diesem Projekt.
Japan rulez: CB50 im SR400 Style mit umgeschweißten Heck und Starr-Rahmen sowie ein erfolgreicher CB50 Racer.
Leider – oder zum Glück, gibt es den weltweiten Marktplatz eBay! Anscheinend durch einen glücklichen Zufall war ich einer der Ersten, die das Angebot einer CB50J sahen. Kontakt aufgenommen, angesehen und 3-2-1-meins. Jetzt war ich mit einem Schlag Besitzer von 2 Rahmen, 3 Motoren, 2 Tachos, 2 Drehzahlmesser, 3 Fussrastenanlagen, Scheinwerfer, Sitzbank und so weiter. Also ein weiteres komplettes Fahrzeug und dazu noch eine Tüte mit Alteisen. Ein Glück, dass ich keinen Platz mehr habe, denn der Verkäufer hatte noch eine CB400F und eine CB500T im Angebot!
Schon beim Reinhieven der CB50 ins Auto fiel mir auf, wie schlank und klein das Mokick ohne diese extrem lange Sitzbank ist. Als ich wieder Zuhause war und das Fahrzeug neben die C50 CUB stellte, war ich überrascht, das diese deutlich größer und wuchtiger auf ihren 17 Zoll steht. Da dieses Bike schon auf den zweiten Kick mit großem Getöse ansprang und auch sonst noch einige positive Überraschungen vermuten läßt, werde ich zuerst den einzelnden Rahmen vornehmen und zu einem funktionierenden Fahrzeug aufbauen.
Projekt und Mission: HONDA Baukasten.
Vorgabe lautet, kein Teil soll extra nur für diesen Aufbau bzw. Umbau angefertigt werden. Änderungen und Anpassungen wie bei einem normalen Dax- oder Monkey-Aufbau sind erlaubt – aber keine Spezialitäten wie bei der 40th Anniversary Apollo Dax.
Statt einer Skizze haben wir einmal ein paar Teile aus dem grossen HONDA Baukasten entnommen und zusammen gesteckt. Zum Anfang lag der Gedanke natürlich nahe, aufgrund der Ähnlichkeit des Rahmens das Fahrzeug auf 8 Zoll Räder zu stellen. Aber irgendwie stimmen dann die Proportionen nicht – bei den 10 Zoll Rädern der Dax sieht das ganz anders aus. Obwohl natürlich die Ähnlichkeit zur CY50 gegeben ist, wirkt das Fahrzeug doch deutlich kleiner.
Der Rahmen der CB50J wurde vom Heck befreit. Aufgesteckt sind hier die Federbeine der originalen 6V Dax, also ca. 30 cm Abstand zwischen Träger oben und Aufnahme Schwinge. Als Schwinge sitzt hier eine originale Monkey-Schwinge mit +2 cm am Rahmen. Bei Verwendung von Distanzstücken an der Aufnahme am Rahmen wäre diese Lösung realisierbar.
Der abgebildete Motor ist ein Teil der Überraschungstüte und dient nur als Anschauung. Es fehlen hier sowohl Zylinder und Kopf. Der fertige Motor würde aber das Loch im Rahmen schön ausfüllen. Vorne ist die originale CB50 Gabel mit einer Länge von ca. 65 cm verbaut. Der Nachlauf müsste natürlich bei dieser Variante nochmals bestimmt werden, aber diese Version wäre mit ein wenig Modifikationen ein “biserl” ein Chopper – Heck noch tiefer, Tank weiter nach vorne und der Lenkkopf steiler gestellt. Appropo Tank, hier haben wir einen Tropfentank der J2 genommen, der perfekt zur Linie paßt. Ob ein Sattel oder – Honda Baukasten – ein Tortenstück als Sitz genommen wird, beides wäre ohne Probleme machbar. Insgesamt schon ganz ordentlich, aber noch nicht richtig spannend! Aufgesessen und im Vergleich zur Körpergröße sieht das dann so aus…
CB Fifty Flattracker!
Was ein wenig kürzere Federbeine doch gleich ausmachen! Dazu die Gabel vorne angepaßt und so gekürzt, daß die Fahrwerksgeometrie erhalten bleibt. Das Bild oben ist immer noch mit der Monkey-Schwinge +2 cm. Eine von Hause aus schon längere CB Schwinge würde das Rad noch ein wenig weiter in Richtung Unterkante Heck bringen und damit die Federbeine weiter neigen.
This Year it’s Flat Track
Abb. anklicken für Vergrößerung
Ein wenig Technik, Zahlen und Daten:
- Einzylinder-Viertaktmotor, Leichtmetallzylinder mit Laufbuchse, hängende Ventile, Kipphebel, kettengetriebene obenliegende Nockenwelle, Druckumlaufschmierung
- 49ccm Hubraum, Bohrung 42 mm, Hub 35,6 mm, ergeben 2 PS oder 1,5 kW bei 5.000 U/Min
- 4-Gang Getriebe mit Mehrscheibenkupplung
- 6V Zündung und Bordnetz
- Zündung werkseitig spätverstellend
- Länge: 1795mm, Breite: 665mm, Höhe: 965mm, Radstand : 1175mm
- 87kg Leergewicht, zul. 247kg Gesamtgewicht
- 17 Zoll Speichenräder mit 2.50-17 vorn und 2,75-17 hinten
- 240 mm Scheibenbremse vorn (mechanisch betätigt!), 110 mm Leichtmetall – Vollnabenbremsen mit eingegossenem Bremsring hinten
- Instrumente: Tacho und mechanischer Drehzahlmesser
Aufriss CB50 K von 1971

Die in Deutschland allgemein bekannte CB50J hatte einen Vorgänger als K Modell mit 6 PS bei 10.500 U/Min bei einer Bohrung von 39 mm und einem Hub von 41,4 mm. Mit diesen Werten war die K ein recht spritziger Renner und konnte noch frei atmen! Erst die Einschränkungen durch die veränderten Rahmenbedingungen Mitte der Siebziger führte zu dem J Modell, welches “keine-Wurst-vom-Teller-zog”. Ein Meisterwerk japanischer Drossel- und Antimanipulations-Kunst. Nachfolgend ein paar Abbildungen der frühen K Modelle sowie der japanischen S Modelle.
Quelle: bikepics


Zwei weitere Abbildungen der frühen CB50K sowie ein Tank. Gesehen bei CMSNL.
Die Schwinge ist da!
Gestern ist die CB Schwinge gekommen und zusammen mit den kurzen Federbeinen ergibt das einen fast 90 Grad Winkel. Zu den Maßen: Schwinge Länge / Mittelpunkt Aufnahme 420 mm, Federbeine 280 mm.
Ein Tank ist gefunden!
Bis Anfang der 60er Jahre wurden in Brackwede bei Bielefeld bei der Firma Rabeneick Fahrräder, Mopeds, Kleinkrfaträder und sogar ein Viertakt-Motorrad mit 250 ccm hergestellt. Bekannte Typen waren das Ilo Moped, der Lastboy, die Binetta und der R50 Roller. Mit seiner genialen Tropfenform, dazu ca. 6 l Tankinhalt und mit ca. 280 mm x 210 mm ist der Binetta Tank genau richtig für das CB50 Projekt. Wie man auf der Abbildung (Quelle: mo-ped.se) sehen kann, war der Tank ursprünglich für einen geneigten Einbau vorgesehen, bei der CB50 wird er natürlich auf dem in einer Linie mit dem Rahmen aufgebaut werden. Durch den Einfüllstutzen werden dann sicher ein oder zwei Liter weniger Fassungsvermögen vorhanden sein, wir werden es sehen…
Eine schöne Linie und Schwung mit dem Rahmen, der Rabeneick Tank von (geschätzt) 1956/57.
CB50 mit italienischer Beatmung!
Dellorto Vergaser aus der UA Serie, 18 mm. Mal sehen, ob mit der richtigen Bedüsung dem Vergaser ein knalliges Gemisch zu entlocken sein wird. Merkmal dieser kleinen Vergaser ist die austauschbare Schwimmerkammer, die es in 3 Varianten gibt und drehbar ist. Somit läßt sich die optimale Position für den Dellorto Vergaser einrichten. Ansaugtrichter geschraubt!
Dazu ein paar Blinker in massivem Metallgehäuse und kleinem Schirmchen. Die Blinker für die Halter direkt am Motorgehäuse habe ich schon vor längerer Zeit einmal gefunden.
Der Haftgrund wird aufgetragen
Nachdem jetzt der Tank sowie Rahmen und die Schwinge entlackt worden sind, kribbelte es doch trotz kalter Witterung schon einmal den Haftgrund bzw. Rostschutz aufzutragen. Aufgrund eines Fehlers mußte ich das Lackieren am Rahmen zweimal machen. Doppelte Arbeit, da ich die gründliche Reinigung mit Bremsenreiniger beim erstenmal nur zu einer einfachen Reinigung (…is’ doch sauber!) abwandelte. Na ja, Shit happens!

Weitere Bilder und Ideen
Faux Patina – oder Wie schrubt man den Rahmen auf alt?
10 Zoll Scheibenräder – Zündapp R50 läßt grüßen!
Was nicht geht wird passend gemacht
Auf der Suche nach der geeigneten Sitz-Lösung, bin ich nach Umwegen jetzt auf dieses Design für eine Bank gekommen. In ihrem früheren Dasein war es einmal eine Kawasaki GPZ Bank,… und dann kam das Kettensägen-Massaker. Ein wenig noch an den Seiten angepaßt und wir schauen einmal wie das Teil mit einem Bezug auf dem Mopped aussieht. Den Rahmen habe ich ebenfalls wieder vom Farbkleid befreit und werde jetzt zuerst ein Rolling Chassis mit Funktion hinstellen. Color can wait…
Schatz, der Mann mit der Gabel war da!
Heute ist die Gabelbrücke der Honda CM185 T angekommen. Da die einen Durchmesser von 31mm für die Standrohre hat, musste ich gleich ein paar mögliche Buchsen für die Klemmung besorgen. Insgesamt sieht die Brücke natürlich deutlich besser aus als das Stück 3mm Stahl der originalen Gabelbrücke. Auf dem Bild ist sie noch lose gesteckt, für die Anpassung und Metallarbeit hatte ich glücklicherweise kundige Hilfe (Danke dafür nochmals!). Als nächstes muss ich die Kegelrollenlager und Schalen besorgen, dann kann das Thema Gabel eigentlich abgehakt werden.
Allles neu macht der Mai – Rahmen gepulvert
Artikel und Links zum Projekt
- Speichen lackieren
- Sitzbank Transformation, Umbau Kawasaki GPZ Bank
Any comments?





























Hi, Pursche!
Guckst Du neue CUSTOMBIKE . Schöner Bericht über Yamse XS 65zig und CB Fuffzich und ne CY mit Yamaha TY-Tank. Sieht gut aus. Hab ich doch gesagt.
Am Sonntag fahr ich nach Hamm zur Oldtimermesse!!!!
Willze mit? Muß da, dem Franz helfen.
Gruß: Burkhard
Sieht fett aus auf den 10-Zöllern. Nur die Lackierung des Rahmens ist weder Fisch noch Geflügel. Ich würde mich für Fleisch entscheiden!
Fertan mit einer Spur Bleimennige und darüber matter Klarlack.